Freitag, 28. Dezember 2012 keine Kommentare.
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Nervosität oder Lampenfieber ist ein Zustand den jeder Künstler kennt, egal in welchem Metier er tätig ist. Ob Musiker, Tänzer, Schauspieler oder Redner, alle können davon betroffen sein – mal mehr, mal weniger.

Als Posaunist kann sich diese Auftrittsangst auf verschiedene Arten zeigen. Eine zitterndes Körperteil, feuchte Handflächen, leicht flatternde Augenlider oder ein trockener Mund. Das alles sind normale Reaktionen auf das Adrenalin, das körpereigene Hormon für diesen Alarmzustand.

Ausgesprochen gute Profimusiker versagen allzu oft bei einem Probespiel weil sie zu nervös werden. Kleine Fehler können dann schon völlig aus der Bahn werfen.

Lampenfieber hat aber auch seine guten Seiten. Dank dem Adrenalin sind herausragende Leistungen möglich – wenn die Nervosität kontrolliert werden kann. Ein guter Grund also sich mit diesem Thema zu beschäftigen.

Nervosität und Lampenfieber bewältigen

Das Ziel dieses Artikels ist mit Lampenfieber besser fertig zu werden. Die folgenden Tipps können jedem Posaunisten, aber auch allen anderen Personen, helfen die Nervosität vor einem Bühnenauftritt in den Griff zu bekommen.

Warum spielst du?

Sei dir zuerst bewusst warum du überhaupt spielst. Zum Beispiel:

  • Spielst du für dich selbst, weil du es einfach liebst dich durch die Musik auszudrücken?
  • Spielst du als Dankeschön für deinen Posaunenlehrer oder andere Menschen die dich immer wieder ermutigt haben?
  • Spielst du für den Komponisten oder den Arrangeur weil du seine Musik besonders gewissenhaft ausdrücken möchtest?
  • Spielst du für das Publikum weil sie sich Zeit für dich genommen haben oder dafür bezahlt haben?
  • Spielst du für Gott oder ein anderes gottähnliches Wesen, weil dir außerordentliches Talent geschenkt wurde?

Etwas anderes ist es wenn du zu diesem Auftritt gezwungen wirst, oder wenn du es nur machst um jemanden zu beeindrucken. Dann wirst du vermutlich auch weiterhin nervös bleiben.
Falls dies bei dir zutrifft, dann versuche zumindest für dich selbst einen anderen Grund zu finden.

Hast du einen Grund gefunden warum du von Herzen spielen möchtest? Dann halte dir diesen Grund vor Augen, dann wird es dir schon wesentlich einfacher sein mit der Nervosität klar zu kommen.

Essen und trinken

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Gerade als Posaunist oder auch allgemein als Bläser solltest du viel trinken. Die Bühne mit ihren gleißenden Scheinwerfern tut ihr übriges um den Körper ordentlich zu dehydrieren.

Ausreichend Wasser hilft dem Kreislauf da das Blut dünnflüssiger wird. Damit sorgst du für eine bessere Sauerstoffversorgung deines ganzen Körpers und damit mehr Energie für deinen Auftritt. Darum heisst die oberste Devise: Trinke ausreichend Wasser!

Ebenso eine große Rolle spielt das Essen. Du solltest unbedingt eine Kleinigkeit zu dir nehmen, auch wenn es dir den Hals zuschnürt. Halte dich dabei fern von stark fettigen, schweren Speisen die dich nur träge machen. Ebenso unbrauchbar sind stark gezuckerte Speisen oder Snacks.
Das Beste wäre ein Vollkornbrötchen oder Trockenfrüchte. Gerade als Blechbläser ist es selten sinnvoll etwas mit auf die Bühne zu nehmen falls dein Blutzucker doch drastisch sinken würde. Schliesslich möchtest du keine Gummibärchen- oder Traubenzuckerkultur in deiner Posaune züchten.

Achte aber auf das richtige Timing. Wenn du einen Liter Wasser direkt vor deinem Auftritt trinkst, dann wird dich deine Blase vermutlich früher als dir lieb ist an diesen ungünstigen Zeitpunkt erinnern. ;)

Bist du gut vorbereitet?

Wie gut hast du dich für diesen Anlass vorbereitet? Schlechte Vorbereitung kann eine wahre Brutstätte für Lampenfieber sein, besonders wenn du ein freischaffender Posaunist bist.

Du solltest das Stück dann wirklich gut kennen und neben den technischen Stellen auch verschiedene Artikulationen und Tempi beherrschen. Denn gerade als Aushilfe bist du so nicht vor einer völlig neuen Situation falls der Dirigent eine Änderung verlangt.

Egal wie gut du vorbereitet bist, rechne damit dass du (einige wenige) Fehler machst. Sag dir immer wieder dass dies schon ok so ist, sage es so lange bis du es wirklich glaubst. Wenn du dann wirklich einen Fehler machst, so wirft es dich nicht gleich aus der Bahn.

Medikamente zur Beruhigung?

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Lampenfieber wurde natürlich auch von der Industrie entdeckt. Unzählige herkömmliche und auch homöopathische Hilfsmittel sind seither erhältlich um den Weg auf die Bühne zu erleichtern.

Ich persönlich möchte mich nicht mit Tabletten oder Tropfen beruhigen müssen. Versucht hatte ich diesen Weg auch. Aber entweder war ich danach ebenso nervös wie ohne diese Mittel, oder ich fühlte mich einfach etwas gelähmt. Und das ist definitiv nicht das richtige für einen großen Auftritt.

Hast du andere Schwierigkeiten?

Wenn du andere Gedanken hast die dich gerade stark beschäftigen, dann ist es natürlich schwierig sich auf einen Auftritt vorzubereiten. Versuche diese für den Moment unwichtigen Gedanken auszublenden. Nur so kannst du dich vollen Herzens der bevorstehenden Aufgabe widmen.

Oftmals hilft es, wenn du dir vorstellst diese Gedanken in eine Schublade zu legen und die Schublade danach zu schließen. Denk daran dass du diese Gedanken jederzeit wieder herausholen kannst, für den Moment brauchst du den Kopf aber frei.

Bist du entspannt?

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Um den Stresslevel zu erkennen musst du deinen Körper als Ganzes betrachten. Ist jeder einzelne Körperteil entspannt, die Finger, der Mund, die Atmung?

Check dich selber durch. Verrichte keine überaus anstrengenden Tätigkeiten und nimm dir etwas Zeit in Ruhe um dich direkt vor dem Auftritt zu entspannen.

Im nächsten Artikel werden wir verschiedene Möglichkeiten zur Entspannung vor deinem Auftritt vorstellen. Diesen Bericht findest du hier: Was tun gegen Lampenfieber? Teil 2

Hast du Lampenfieber? Was machst du, damit du dich wieder voll unter Kontrolle bekommst?

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